VbF - Verband betrieblicher Führungskräfte | Die Zukunft der Arbeit
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Die Zukunft der Arbeit

Die Zukunft der Arbeit

Die Zukunft der Arbeit

Jetzt am Beginn des dritten Jahrtausends, betreten wir eine neue Welt, die neu ist und sehr aufregend. Eine Welt, in der wir nicht mehr − wie seit Jahrhunderten gewohnt − selbst hart zupacken müssen. Weil es andere für uns tun. Nein, keine Sklaven. Oder doch? Die uns helfen und wahrscheinlich ablösen. Sie sind geschickter. Sind stärker. Werden von Tag zu Tag mehr. Kennen keine Pause. Sie haben es schon erraten − ich beschreibe Roboter.

Eine Welt in der Hand von Robotern? Schwer möglich? Der Menschen Stillstand? Eine Vision mit Realitätsfaktor oder nur eine unterhaltsame Science-Fiction? Segen oder Anlass zur Sorge? Aber was bedeutet dieses Szenario für die Zukunft der Arbeit?

Wissenschaftler der Universität gingen noch vor wenigen Jahren in einer berühmt gewordenen Untersuchung („The Future of Employment“ 2013) von einem Siegeszug der Roboter aus: Die Fortschritte bei künstlicher Intelligenz ließen − so die Wissenschaftler − Maschinen erwarten, die schon in diesem Jahrhundert alle Aufgaben der Menschen übernehmen könnten. 

Eine These, die vor fünf Jahren nicht nur in der Welt der Wissenschaft für helle Aufregung sorgte (wohl auch deshalb, weil Forscher gleichzeitig einen rasanten Anstieg der Arbeitslosigkeit prophezeiten).

Aber alle Aufgaben? Wirklich? Unvorstellbar!

Keineswegs, ist Trendforscher Matthias Horx sicher. In einem Beitrag meint er dazu: „Sie werden alle Jobs übernehmen, die ihrem Wesen ‚robotronisch‘ sind. Wo es um Wiederholung, Routine, reines rechnen oder sehr einfache Dienstleistungen geht.“

Also alle Tätigkeiten − die langweilen.

„Roboter nicht nur zu achten − und vielleicht zu lieben − sondern gezielt für positiven Wandel einzusetzen.“, ist die Meinung eines anderen Wissenschaftlers. Dass es Optimisten wie diesen gibt, ist sehr erfreulich. Denn aktuell regiert die Angst. Verständlich bei dem Tempo, mit dem die „Digitale Moderne“ unsere Welt erobert.

Aber diese Angst ist nicht neu − nur mit anderen Vorzeichen.

Im Jahre 1930 schrieb der bekannte Ökonom John Keynes in seiner berühmten Abhandlung „Wirtschaftliche Möglichkeiten für unsere Enkelkinder“ folgende Zeilen: „Wir leiden gerade unter einem schweren Anfall von wirtschaftlichem Pessimismus. Sehr häufig hört man Leute sagen, dass die Epoche des enormen wirtschaftlichen Fortschritts vorüber sei, dass die schnelle Verbesserung des Lebensstandards sich nun verlangsamen würde.“

Darin heißt es aber auch (diese Zeilen sind heute so aktuell wie vor 88 Jahren): „Ich glaube, dies ist eine Fehlinterpretation dessen, was uns geschieht. Im Augenblick schmerzt uns die hohe Geschwindigkeit dieser Veränderung ….“ Weshalb er auch versteht, „dass jedermann wünschen wird, irgendeine Arbeit zu tun, um zufrieden sein zu können“. Dafür würden aber drei Stunden am Tag völlig ausreichen, sagt Keynes für das Jahr 2030 voraus.

Wie sieht es tatsächlich aus, zwölf Jahre vor diesem magischen Datum? Werden wir

überhaupt noch arbeiten (müssen)? Oder werden wir nur mehr zu unserem Vergnügen arbeiten? Wie lange werden wir arbeiten? Wo werden wir arbeiten? Im Büro? Daheim? Wird es vielleicht ein ganz neues Modell geben? Wird unser Leben besser werden? Werden wir gesünder, entspannter, lässiger − kurz: glücklicher leben?

Die wichtigste Antwort zuerst: Ohne uns Menschen wird es nicht gehen.

Werden wir aber Arbeit für alle haben?

„Das hängt davon ab, welche Rolle der Staat in der Wirtschaft inne haben wird“, ist die Antwort des Ökonomen Stephan Schulmeister. „Gerade in jenen Bereichen, in denen der Staat − und nur der Staat − Arbeitsplätze schaffen kann, könnten viele neue Jobs entstehen. Zum Beispiel: die Bekämpfung des Klimawandels, die Altenpflege, … Wenn das auf eine ordentliche Basis gestellt würde, entstünden viele gute Arbeitsplätze.“

Arbeitsplätze — die uns erfüllen?

„Was übrigbleibt, werden die Jobs sein, in denen Menschen lieber mit Menschen zu tun haben, im Kindergarten, in der Schule. Auch in Zukunft werden unsere Kinder und Enkelkinder nicht von Robotern unterrichtet werden“, sagt der Philosoph Richard Precht.

Dazu kommen viele neue Jobs, die erst vor kurzer Zeit entstanden oder sich entwickelt haben. Viele sind gerade im Entwicklungsstadium.

Trendforscher Horx: „Ein Arbeitsmarkt für Zuneigung, Hinwendung, Design und Lebensveränderung entsteht, der geradezu gigantische Ausmaße hat.“

Wahrscheinlicher aber ist projektbezogenes Arbeiten, viele der von Horx identifizierten „neuen“ Berufe haben nichts mit der gewohnten 9-bis-17-Routine gemein: weder der Praxisphilosoph, noch der Lifestyle-Manager, noch der Energieberater oder der Entspannungs-Trainer. Lesen Sie doch einmal am Samstag die Stellenangebote in den Zeitungen, Sie werden sich wundern wie viele „neuen Berufe“ es schon gibt.

 „Eine Gesellschaft tut gut daran, jede Einzelne und jeden Einzelnen zu belohnen, die jeweils bereit sind, sich in die Bedürfnisse der anderen hineinzuversetzen und einen Beitrag dazu leisten, diese Bedürfnisse auch zu stillen“, sagt der Präsident der Österreichischen Industriellenvereinigung, Georg Kapsch.

Und wer sich hier nicht wiederfindet, soll eben ein arbeitsloses Grundeinkommen beziehen, wie es nicht zuletzt von populären Philosophen wie Richard David Precht („Ich will es, um das Schlimmste zu verhindern“) gefordert wird?

Eine Frage, die aktuell intensiv diskutiert wird. Auf die es aber ehrlicherweise noch keine wirklich befriedigende Antwort gibt. Nicht nur Kapsch und Schulmeister fürchten, dass es die Gesellschaft spalten würde. Schulmeisters Prognose für eine ferne Zukunft: „Mir gefällt es besser, dass man sagt, langfristig wollen wir alle weniger arbeiten. Der letzte Sinn des Wirtschaftens kann doch nur das gute Leben, das Genießen sein − und nicht das Arbeiten.“   Dort, wo es zuzupacken gilt, dürfen, sollen die Roboter ran.

Eines sollten wir dabei nicht vergessen: Erdacht werden sie immer noch von uns.

Und genau das passiert jetzt.