Verbandsarbeit

 

 

Stellungnahme des Verbands betrieblicher Führungskräfte zum jahrzehntelangen Kampf um die Anerkennung der beruflichen Aus- und Weiterbildung

 


 

Die 38. Vorstandssitzung des VbF

 


 

Die 37. Vorstandssitzung des VbF

 


 

Das erste Lehrlingsforum hatte am 3./4.12. in Wien Premiere. (wie unter „Verbandsarbeit“ auf www.vbf.at angekündigt ) Dabei wurde die Frage aufgeworfen, wohin das ehemalige Erfolgsrezept der Lehre führen wird.

Die Vertreter aus Politik, Interessensvertretungen und Unternehmen traten für einen höheren Stellenwert der Lehre ein. Soweit die Übereinstimmung. Über die Gründe, warum der „Exportschlager“ des österreichischen dualen Ausbildungssystems zunehmend an Glanz verliert – trotzdem Österreich immer noch die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in der EU aufweist – gab es unterschiedliche Meinungen und Vorschläge mit Lösungsansätzen.

Als Gründe für die nachlassende Attraktivität der Lehre wurden u. a. genannt:

  • Unternehmen wünschen sich zwar qualitativ hochwertige Lehrlingsbewerber, sind sich aber ihrer Verantwortung nicht vollends bewusst. Die Lehrlinge sollten nicht allein für den Beruf ausgebildet werden. Um sich in einem immer komplexer werdenden gesellschaftliche Umfeld zurechtzufinden, benötigen sie auch eine umfassende Bildung als entsprechendes Handwerkszeug. Damit würden selbstständiges Denken und die Fähigkeit, Zusammenhänge zu bilden, gefördert.
  • Sozialpartner, die zuwenig Flexibilität in Bezug auf Anpassung der Berufsbilder zeigen und strukturelle Probleme im Ausbildungssystem zu oft ausblenden.
  • Schlichtweg die Generation der jungen Menschen, von denen es vielen vorrangig um Freizeitvergnügen geht und für die sich das „wahre Leben“ außerhalb der Arbeitswelt abspielt. Die Jungen verstehen oft das Ansinnen, eine Lehre zu machen, als Drohung. Hier spielt allerdings wieder der schlechte Ruf der Lehre eine Rolle – vor allem in den Städten gilt sie als Auffangbecken für jene, die es nicht an eine weiterführende Schule schaffen.

Diese Punkte machten es in den letzten Jahren immer schwieriger, qualifizierte Fachkräfte auszubilden.
Als Lösungsansatz wurde das Schweizer Modell genannt, wo mittels Lehrlingsverbünden – nach Branchen und Region zusammengefasst – junge Menschen in bis zu fünf Betrieben einer Branche ihre Ausbildung absolvieren können, was zwar aufwendig ist, sich aber höchst effektiv zeigt.

In den Diskussionen kamen natürlich auch andere Sichtweisen zum Tragen:
So wird die Lehre doch existenziell gesehen, auch wenn sie derzeit in der öffentlichen Wahrnehmung nicht diesen Stellenwert hat. Man sollte auf jeden Fall aufhören, ständig vom schlechten Image der Lehre zu reden. Aufhorchen ließ die Bemerkung, die Lehre sei nach wie vor ein Erfolgsmodell und das nicht wegen, sondern trotz des Bildungswesens! Eine Stimme von Unternehmerseite verlangte, dass sich die Lehrberufe rascher weiterentwickeln können müssten, um sich an die technologischen Entwicklungen und die Bedürfnisse der Märkte anzupassen. Es wird beklagt, dass die laufend notwendigen Anpassungen in der österreichischen politischen und sozialpartnerschaftlichen Realität viel zu langsam vor sich gehen. Allgemein wird die mangelnde Wissensbasis über die Lehre als verbesserungswürdig gesehen. Angesichts der zögerlichen Imageentwicklung der Lehre müsse man zentral kommunizieren, dass eben nicht nur der Hochschulabschluss, sondern auch ein Lehrabschluss vor Arbeitslosigkeit schütze. (Oder zumindest die Chance, einen Arbeitsplatz zu finden, wesentlich erhöht / Anmerkung des VbF)

Jedenfalls hat dieser Kongress das allgemein bestehende Interesse am Thema aufgezeigt. Wenn sich die agierenden Teilnehmenden einig darin werden, was zu tun ist, steht einer positiven Entwicklung nichts im Weg.

R.J. Dez. 2013

 


 

Lehrlingsforum 2013

Seit etlichen Jahren fordert der VbF-Vorstand in Aussendungen, Artikeln, in Gesprächen mit den Bildungsexperten in den Ministerien, in der Wirtschafts- und Arbeiterkammer sowie der Industriellenvereinigung, nachhaltige Maßnahmen einzuleiten um die Lehre (wieder) attraktiv zu machen. Wiederholt wurde das sinkende – weil gering geschätzte – Image der Lehre thematisiert, sowie auf den daraus folgenden Lehrstellenschwund und zunehmenden Fachkräftemangel in Österreichs Unternehmen hingewiesen. Dabei gilt die Lehre nicht ohne Grund als solides Fundament für das weitere Berufsleben, nicht zuletzt, weil sich die duale Ausbildung als bester Weg zur Vermittlung beruflicher Qualifikationen bewährt hat und eine wichtige Rolle spielt um für ausreichenden Nachwuchs qualifizierter Arbeitskräfte zu sorgen. Es müsste daher ein Teil unternehmerischer Verantwortung sein – und das gar nicht uneigennützig – mit Lehrlingsunterstützung gesellschaftspolitisch aktiv zu sein.
Viele Unternehmen sehen Lehrlingsausbildung prinzipiell zwar als sinnvolle Investition in die Zukunft, die jedoch als gescheitert gesehen wird, wenn es nicht gelingt, die Ausgebildeten im Betrieb zu integrieren. Firmen, die keine Lehrlinge ausbilden (wollen), begründen das meist damit, dass die komplexe Ausbildung doch sehr viel Zeit in Anspruch nimmt und die Qualität der Lehrlinge oft zu wünschen übrig lässt. Die Bedenken sind leider verständlich, haben doch viele der Jugendlichen Probleme mit den traditionellen Kulturtechniken, was dazu führt, dass immer weniger Jugendliche den Berufsanforderungen gewachsen sind. Laut einer vom ibw durchgeführten Studie klagen 68 Prozent der Wiener Unternehmen über massive Schwierigkeiten, qualifizierte Jugendliche zu finden. Ist es für die Betriebe, die heute ohnehin unter Druck stehen, wirklich zumutbar, das nachzuholen, was in der Schule nicht gelernt wurde?

Das Konferenzunternehmen Business Circle (www.businesscircle.at) trägt nun all diesen Tatsachen Rechnung und veranstaltet vom 3. bis 4. Dezember in Wien als Premiere das „Lehrlingsforum 2013“. Ziel der Konferenz – zu der Unternehmen, Jugendliche, Eltern, Bildungsexperten sowie Vertreter aus den Interessensvertretungen und der Politik als Teilnehmer gelistet sind – ist es, innerhalb der gesellschafts- und arbeitsmarktpolitischen Rahmenbedingungen die jeweiligen Positionen, Erfahrungen und Wünsche zu beleuchten.
Die Initiatorin Romy Faisst erachtet es als notwendig „nach gut 60 Jahren dualer Ausbildung strukturelle Änderungen vorzunehmen um dieser Ausbildungsform, wegen der Österreich in anderen Ländern zu Recht als Vorzeigemodell gehandelt wird, den verdienten Stellenwert wieder zu geben“.
Bereits im Vorfeld der Veranstaltung sollen im Rahmen eines „Think Tanks“ vorgebrachte Wünsche zusammengefasst und anschließend im Rahmen der Konferenz präsentiert werden.
Wenn sich Unternehmen dazu entschließen, eine Lehrlingsausbildung einzurichten, sollte schon klar sein, ob man nur Lehrlinge für den eigenen Betrieb ausbilden möchte, die man auch alle übernehmen will oder ob man in Betracht zieht, eventuell im Rahmen einer Kooperation einzelne Ausbildungsmodule gemeinsam auch für Lehrlinge anderer Betriebe abzuhalten. Jeder Betrieb bringt ganz bestimmtes Know-how mit und es wäre sicher für die Jugendlichen interessant, die Vielfalt in der Ausbildung und den Tätigkeitsbereichen zu sehen. Auf die Ergebnisse der Premiere der Lehrlingsforum-Konferenz darf man schon gespannt sein. Als Beitrag zu den Bemühungen um die Anerkennung der hohen Wertigkeit der Lehre und des Facharbeiterstandes wird der VbF-Vorstand weiterhin beharrlich die Zuordnung der Werkmeisterausbildung in Stufe 6 einer 8-stufigen Skala fordern, in der die kompetenzbezogenen Bildungsstufen innerhalb des derzeit entstehenden Nationalen Qualifikationsrahmens ihre Einteilung finden.
R.J-

 


 

 

Offizielle Büroeröffnung

Sehr groß waren unsere Erwartungen an die Teilnahme unserer Mitglieder am Sekt-Empfang der Landesstelle Wien- Niederösterreich in unserem neuen Büro in 1160, Sandleitegasse 15-17, CNB.

Es sollte ein Gedankenaustausch unter den Mitgliedern werden und neue Ideen sollten in die Aktivitäten des Verbandes einfließen.

Leider hat sich unsere Vorstellung nicht erfüllt. Es haben nur wenige der Mühe wert gefunden, sich unsere neue Wirkungsstätte anzusehen, in der wir für SIE arbeiten. Es geht um die Zukunft des Verbandes. Wir bemühen uns, für den Absolventen der Werkmeisterschule die Einstufung nach EQR (Europäischen Qualifikationsrahmen) in Stufe 6 zu erreichen, wie es in Deutschland bereits geschehen ist.

Wir bieten unseren Mitgliedern die ausgezeichnete Zeitung „Werk&Technik“, Exkursionen in Betriebe, in die sie alleine keinen Zugang haben, die neuesten Informationen über unser Internet.

Dies alles geschieht in unserer Freizeit, um den Berufsstand „betriebliche Führungskräfte“ (Werkmeister) zu fördern und unsere Mitglieder mit den neuesten Informationen auf dem Laufenden zu halten. Es würde uns daher sehr freuen, wenn bei der nächsten Einladung der Landesstelle Wien und Niederösterreich, an der auch der Vorstand teilnimmt, mehr Mitglieder teilnehmen, um sich vor Ort ein Bild unserer Aktivitäten zu machen. In nächster Zeit wollen wir bei diesen Zusammentreffen auch ein Netzwerk unter den Kollegen aufbauen.

Der Vorstand

 


 

Brief an das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur

An das
Bundesministerium für
Unterricht, Kunst und Kultur               Wien, 04.10.2013

Sehr geehrter Herr Ing. Mag. Dr. Christian Dorninger

Die Teilnahme am Konsultationsprozess zur Anwendung und Umsetzung des Leistungspunktesystems ECVET für die berufliche Aus- und Weiterbildung ist für den Verband betrieblicher Führungskräfte VbF enorm wichtig. Der VbF vertritt seit 54 Jahren die Interessen der Werkmeister und Techniker als Führungskräfte in den mittleren Führungsebenen. Die Werkmeisterausbildung wird wohl im ECVET ihren Platz – und damit die Chance – finden, den ihr zustehenden Stellenwert zu bekommen.

Bis zum Werkmeisterabschluss haben die – zumeist vollbeschäftigten – Studierenden 4 Semester mit mindestens 14 bis 15 Unterrichtsstunden pro Woche zu absolvieren, wobei sie außer selbstständigem Lernen, Vorbereitung auf Tests, Referate usw. zusätzlich eine 50 bis 80 Seiten lange Abschlussarbeit verfassen und gegebenenfalls gewerberechtlich benötigte Zusatzkurse belegen. Würden zur Bemessung der Leistungspunkte jedoch nur die Stunden des Lernaufwands für den reinen Unterricht in der Schule (in Summe 2.000 bis 2.400 Stunden) herangezogen, wäre informelles Lernen noch gar nicht berücksichtigt.

Aufgrund der erworbenen beruflichen Qualifikation führen die Führungskräfte (Werkmeister) folgende Aufgaben aus:
  • Mitarbeiter im Sinne moderner Managementmethoden führen.
  • Lehrlinge ausbilden.
  • Nicht vorhersehbare Probleme betriebswirtschaftlicher, technischer oder sozialer Art lösen.
  • Rationalisierungen erkennen und Vorschläge für Investitionen ausarbeiten.
  • Die gesetzlichen Arbeits- und Umweltvorschriften beachten und umsetzen.
  • Die Abteilung kostenbewusst führen.
  • Erstellen und Umsetzen von Aus- und Weiterbildungsplänen für die Mitarbeiter.

Darüber hinaus erwerben diese Führungskräfte im Lauf von Praxisjahren und berufsbegleitendem Lernen im Arbeitsalltag, am Arbeitsplatz viele Eigenschaften, die in der Arbeitswelt von heute von ihnen erwartet werden: (Geistige) Flexibilität, Begeisterungs- und Moderationsfähigkeit, Kreativität, Offenheit für Veränderungen, Konfliktlösungs- und Kommunikationsfähigkeit, Fach- und Sozialkompetenz, täglich planen, Aufgaben verteilen, Abläufe erörtern, loben, kritisieren, organisieren...................... Diesbezüglich begrüßt der VbF, dass das ECVET zu einer verbesserten Anerkennung nicht nur der formal, sondern auch nicht formal und informell erworbenen Lernergebnisse auf dem Weg zur Erreichung eines (Weiter) – Bildungsabschlusses beitragen soll und damit auf Aktivitäten des Lebensbegleitenden Lernens angewandt werden kann. Der auf den Werkmeistern in Führungspositionen lastende Anforderungs- und Leistungsdruck ist enorm – das lässt uns die vor etlichen Jahren bereits erhobenen Forderungen des VbF nach dem „Bachelor professional“ und nach Einstufung der WerkmeisterschulabsolventInnen auf Stufe 6 der im NQR vorgesehenen 8stufigen kompetenzbezogenen Einteilung an dieser Stelle erneuern und konsequent weiter verfolgen. Die Bezeichnung „Bachelor professional“ für Absolventinnen/Absolventen der Werkmeisterausbildung soll die gleichwertige Behandlung von beruflicher Weiterbildung und schulischer, akademischer Ausbildung gewährleisten. Und wenn in Ihrem Strategiedokument unter Punkt 6.1. die angestrebte Kompatibilität zu ECTS hervorgehoben wird, lässt das auf verbesserte gegenseitige Anerkennung hoffen. Der VbF vertritt die Meinung, dass die genannten Führungskräfte mit abgeschlossener Lehre, Werkmeisterausbildung sowie 2jähriger einschlägiger Berufspraxis eine Qualifikationsebene erreicht haben, welche die Forderung nach Einstufung in Niveaustufe 6 rechtfertigt.

Der VbF war seit der Gründung 1959 d i e Plattform für Erfahrungsaustausch, hat seit je her dem informellen Lernen – also Lernen am Arbeitsplatz, im Alltag, in der Freizeit unter Verbandskollegen an Klubabenden – breiten Raum gegeben und stets zu Berufs- und Lebensbegleitendem Lernen motiviert. Die Umsetzung des ECVET würde die auf dem 2. Bildungsweg informell erworbenen Kompetenzen anerkennen und sichtbar machen. Darüber hinaus würde die Durchlässigkeit zu weiterführenden Bildungsangeboten und zum Bereich der hochschulischen Bildung erhöht.

Mit freundlichen Grüßen
Der Vorstand

 


 

Die 36. Vorstandssitzung des VbF

fand am Samstag, 19. Oktober 2013 von 9.10 Uhr bis 17.00 Uhr im Seminarraum des neu angemieteten Büros, Sandleitengasse 15-17, CNB, 1160 Wien statt.

Anwesend waren: Renate Pregesbauer (Geschäftsführerin), Winfried Eisenkölbl (Finanzreferent), Hubert Rescheneder (Landesstellenleiter Oberösterreich), Alfred Ammer (Landesst.Oberösterr.), Ing. Harald Wesiak (Landesstellenleiter Steiermark), Mag.Ing. Ewald Göschl (Landesstellenleiter Kärnten), Franz Karl (Landestellenleiter Wien-NÖ) und die Fachbeiräte Franz Brunner und Ing. Werner Schott.

Als erstes wurden die Punkte des letzten Protokolls abgearbeitet.

  • Hier war der Verlagswechsel zum Industriemagazin Verlag der zentrale Punkt. Herr Piotr Dobrowolski wird als Chefredakteur die Zukunft unsere Zeitung „Werk & Technik“ wesentlich mitbestimmen. Der allgemeine Tenor zur Zeitung ist sehr gut.
  • Auch die Übersiedlung des Verbandes und der Landesstelle Wien-NÖ in das neue Büro in der Sandleitengasse wurde von den Teilnehmern allgemein begrüßt.
  • Die Homepage wurde gemeinsam mit Hrn. Planitz überarbeitet. Damit ist auch dieses Kommunikationsmittel übersichtlich und bedienerfreundlich geworden.

Die Veranstaltungen der Landesstellen :

Eine gemeinsame Veranstaltung der Lst. OÖ und Wien-NÖ war die sehr gut besuchte Exkursion bei der Österreichischen Schiffswerft in Linz. Die Landesst.Wien-NÖ besuchte zuvor noch Schloß Artstetten mit dem Erzherzog-Franz-Ferdinand Museum.

Eine Dreitagesfahrt nach Linz zur VOEST und weiter nach Prag veranstaltete mit seinen Mitgliedern und Schülern der Werkmeisterschule die Landesstelle Kärnten. Diverse Betriebsbesichtigungen gab es in allen Landesstellen. Hier eine Auswahl: Fa. Hargassner, Fernwärme Wien, Fa. Siemens Waggonbau, Reststoffheizwerk in Linz. Ein gut besuchter Fachvortrag über Hybrid- und Elektromobilität im KFZ-Bereich wurde im TGM in Wien von der Landesstelle organisiert.

Das Arbeitsprogramm der 36. Sitzung wird daher besprochen:
Beim neuen Arbeitsprogramm gab es einen wichtigen Punkt:
Dieser Punkt betrifft wieder einmal die Stärkung des Verbandes nach innen und außen. Dazu gehört vor allem die Mitgliederwerbung. Hier gab es wieder viele interessante Diskussionspunkte, aber leider kein Generalrezept. Die Landesstelle Wien – NÖ wird sich verstärkt mit den Abgängern der Werkmeisterschulen befassen. Der Verlag hat sich auch bereit erklärt, die div. Schulen mit unserer Zeitung zu versorgen. Als Mitgliederwerbung braucht jedes neu eintretende Mitglied für das Jahr 2014 keinen Mitgliedsbeitrag bezahlen.

Zum besseren Kennenlernen lädt die Landesstelle Wien-NÖ alle Interessierten für den 19. November 2013 zu einem Begrüßungsabend mit Sekt in das neue Büro in der Sandleitengasse ein. Damit soll der Kontakt zwischen den Mitgliedern, aber auch zur Landesstellenleitung, ausgebaut werden.

Die nächste Vorstandssitzung mit allen Landesstellenleitern wird im kommenden Frühjahr in Kärnten stattfinden.

Der Vorstand

 


 

Vorstandssitzung unter neuer Führung

Folgende Damen und Herren trafen sich am 23. Februar 2013 zu einer gemeinsamen Sitzung mit den Landesstellenleitern in der Nähe von Graz: Fr.Doris Brenner, Fr.Renate Pregesbauer, die Hrn. Winfried Eisenkölbl, Alfred Ammer (OÖ), Ing.Harald Wesiak (Steiermark), Franz Karl (Wien-NÖ) sowie die Fachbeiräte Franz Brunner, Werner Schott, Franz Josef Burgstaller.

Frau Brenner begrüßte die Anwesenden und eröffnet die Sitzung. Herr Eisenkölbl berichtete, dass der Gastro-Verlag den Vertrag mit dem Verband kündigte, und er den Industriemagazin-Verlag für die Weiterführung der Zeitung „Werk&Technik“ gewinnen konnte. Mit Herrn Zissler steht ein eigener Redakteur zur Verfügung, der den Inhalt praxisbezogener gestalten will. Die Elektrotechnik und die Lehrlingsausbildung sollen mehr einbezogen werden. Dies ist sicher eine positive Entwicklung, da hier ganz neue Ideen eingebracht werden können. Die Mitarbeiter in den Landesstellen werden versuchen, mit zusätzlichen Zeitungen zu werben.

Mit folgenden Aktivitäten sollen auch vermehrt junge Werkmeister von einer Mitgliedschaft überzeugt werden:

  • Mögliche Hilfestellung im heute stressigen Berufsleben.
  • Mit dem Kompetenznetzwerk / Networking das mehrfach vorhandene Wissen weitergeben.
  • Den Mitgliedern wissensbildende Exkursionen anbieten
  • Lobbying für Mitglieder
  • Internationale Anerkennung der Werkmeisterausbildung und des Berufsstandes

Damit bestehen für unsere Mitglieder folgende Vorteile:

  • Ein wichtiger Erfahrungsaustausch bei den jeweiligen Exkursionen sowie unter den Mitgliedern.
  • Der Aufbau eines Netzwerkes unter den Mitgliedern (persönlich oder per e-mail) die Zeitung „Werk & Technik“ (6 x jährlich für Mitglieder kostenlos)
  • Den jungen Werkmeister darauf aufmerksam machen, dass unser Verband als Vertretung der betrieblichen Führungskräfte aktiv tätig ist, um im europäischen Qualifikationsrahmen die Einstufung mit der schulischen Ausbildung auf der Stufe 6 gleichzustellen.

Frau Brenner möchte in Zusammenarbeit mit den im Berufsleben stehenden Mitgliedern in Kontakt treten, um die Möglichkeit zu Betriebsbesichtigungen zu bekommen, und damit auch den Kontakt zu den Mitgliedern und den Betrieben zu verbessern.

Das Problem mit dem derzeitigen Verbandslokal wurde kurz besprochen und kann als erledigt betrachtet werden. In der Zwischenzeit konnte der Vorstand ein Kleinbüro in einem Bürohaus mieten, von dem aus unsere Arbeit weiter fortgeführt werden kann. (siehe Monatsnachricht April)

Ein wichtiges Thema war auch unsere Homepage, die für den Verband kostengünstig der neuen Zeit angepasst werden soll. Im Laufe der Diskussion gab es viele Änderungswünsche, die aber erst noch einmal überarbeitet werden müssen, um sie dann so umzusetzen, dass sie für den Verband finanziell leistbar sind.

Diese gemeinsame Sitzung hat doch wieder gezeigt, dass es in gemeinsamer Arbeit zu vielen neuen Ideen kommt und die derzeitige Führung mit den Landesstellen sehr aktiv ist, zum Wohle des Verbandes, unserer Mitglieder und denen, die es noch werden wollen.

Renate Pregesbauer

 


 

Außerordentliche Generalversammlung

Außerordentliche Generalversammlung am 10. November 2012
Neue Statuten.

 


 

Mit beruflicher Weiterbildung zum Bachelor-Abschluss

Bereits im Juni 2011 haben wir in einem auf der VbF-Homepage nachzulesenden Artikel
„Kommt Bewegung in die Bachelor professional-Diskussion?“ über ein Bildungskonzept der Wirtschaftskammer Österreich berichtet, das mittels einer Berufsakademie akademische Grade für Absolventen einer Lehre aber auch für ausgebildete Werkmeister vorsieht.

Der Kurier berichtete nun über eine Gesprächsrunde zum Thema der „beruflichen Weiterbildung auf Hochschulebene“, zu der die Wirtschaftskammer geladen hatte und wo die konkrete Umsetzung der Initiative diskutiert wurde.
Der VbF sieht sich damit in seiner seit vielen Jahren konsequent vorgebrachten Forderung nach gleichwertiger Behandlung beruflicher und akademischer Aus- und Weiterbildung bestätigt.
Viele Fakten sprechen dafür, wie die Diskussion zeigte: In der Schweiz haben 80 bis 90 Prozent der Fachhochschul-Absolventen einen Lehrabschluss – ein Anteil, von dem wir in Österreich mit 14 Prozent weit entfernt sind. Daher ist hierzulande die Durchlässigkeit in den tertiären Bereich kaum vorhanden.

Genau das möchte die Wirtschaftskammer ändern: Berufsakademien mit Bachelor-Abschluss sollen eine duale höhere Bildung bringen, dem Fachkräftemangel abhelfen und dazu beitragen, auch die Lehre attraktiver zu machen. Damit wären weitere Forderungen des VbF erfüllt.
In der Diskussion wurde die Berufsakademie als dritte Säule und gleichwertige Alternative zu den Unis und Fachhochschulen gewertet, die in bestehende Werkmeister- und Fachakademie-Ausbildungen integriert werden soll. Bildungsinstitute wie WIFI und BFI würden über praxisnahe Lehrpläne zum Beispiel den Werkmeister mit IT- und Englischkenntnissen samt Bachelor-Abschluss ausstatten.

Die Aussage eines Gesprächsteilnehmers „ Es gibt Lebensabschnitts-Berufstätigkeiten, da braucht es auch eine Lebensabschnitts-Bildung“ kann hier bestätigend ergänzt werden mit einem Zitat aus einem Standard-Interview mit Dr. Michael Landertshammer, dem Leiter der Abteilung Bildungspolitik in der WKO: „Klassische Erwerbsbiografien – Schule, Berufsausbildung und dann derselbe Job bis zur Pensionierung – sind ein Auslaufmodell. Schon heute wechselt ein Angestellter im Lauf des Erwerbslebens mindestens viermal den Arbeitsplatz. Nach Schule und Berufsausbildung kommt der Job, dann Weiterbildung, ein anderer Job, neue Qualifikationen, mitunter Selbstständigkeit, vielleicht Zeiten der Arbeitslosigkeit, wieder Weiterbildung.........“

Die Runde stellte abschließend übereinstimmend fest, dass die Stärken unseres Bildungssystems im dualen Ausbildungssystem begründet sind., was der Gesprächsteilnehmer aus der Schweiz mit der Aussage untermauerte: „Im EU-27-Durchschnitt liegt die Jugendarbeitslosenquote bei 20 Prozent, in Ländern mit dualer Berufsausbildung – wie Österreich, Deutschland und der Schweiz – bei nur etwa acht Prozent.

Viele Jahre lang vertritt der VbF nun schon konsequent die Forderung an die Bildungspolitik unseres Landes, die berufliche Aus- und Weiterbildung aufzuwerten und der akademischen Bildung gleichwertig gegenüberzustellen. Es besteht die Aussicht, dass die entsprechend nötigen Maßnahmen jetzt zur Umsetzung gelangen.

Ing. Rudolf Jakubcik

 


 

Ein neuer Vorstand wurde gewählt

24. ordentliche Generalversammlung am 21. Oktober 2011

 


 

Kommt Bewegung in die "Bachelor professional"-Diskussion?

Schon seit einigen Jahren vertritt der VbF-Vorstand konsequent die Forderung an die (Bildungs)Politik, die berufliche Aus- und Weiterbildung aufzuwerten. Es gibt ein Nachwuchsproblem – immer weniger junge Menschen entscheiden sich für eine Lehre. In einer Aussendung des Ö1-Morgenjournals wurde kürzlich richtigerweise auf das schlechte Image der Lehre hingewiesen, die mehr oder weniger als eine Ausbildung für jene gesehen wird, die für eine höhere Schule oder Uni nicht geeignet sind. Dazu kommt das Problem der geburtenschwachen Jahrgänge, das sich in den nächsten Jahren bemerkbar macht und zu einer Zunahme des Fachkräftemangels führen wird.

Aufgrund dieser berechtigten Sorge verlangen auch die Arbeitgeber Maßnahmen, um die Lehre gleichwertig zu den AHS und BHS zu machen. Nun hat die Wirtschaftskammer ein Bildungskonzept ausgearbeitet, das mehr Möglichkeiten für Lehre mit Matura und akademische Grade auch für Meister vorsieht, um die Lehrausbildung attraktiver zu machen.

Dazu sollen den Lehrlingen ab dem zweiten Lehrjahr Zusatzkurse angeboten werden, welche in den Bereichen vertiefende Fachtheorie, Deutsch, Mathematik und lebende Fremdsprache zur Berufsreife vorbereiten sollen. In einer sogenannten Berufsakademie (WIFI, BFI) soll man einen „Bachelor professional“ erwerben können, der dann auch zum Masterstudium an der Uni berechtigt.

Zugleich fordert die Wirtschaftskammer aber auch etwas, was in den letzten Monaten für heftige Diskussionen gesorgt hat, nämlich die Mittlere Reife als Standardüberprüfung aller Jugendlichen nach Ende der Schulpflicht durch schulfremdes Personal einzuführen. Aus Sicht der Wirtschaftskammer bildet diese Mittlere Reife einen Ansatz, das Bildungsniveau der jungen Leute zu verbessern.

Wer trotz mehrmaligem Antreten diese Mittlere Reife nicht schafft, wird auf eine duale Basis-Bildung verwiesen, die vergleichsweise weniger Anforderungen und Möglichkeiten bietet als die bisherige Lehrausbildung. Es soll kein „Hinausprüfen“ bedeuten, das Konzept sieht die Änderung von der Defizitorientierung hin zur Kompetenzorientierung vor.

Dem Vorwurf, dass die Selektion der Jugendlichen wohl ein „Hinausprüfen“ bedeutet, begegnet Dr. Michael Landertshammer, Leiter der Abteilung Bildungspolitik in der WKO, in einem Interview mit dem ORF damit, dass es wohl immer eine Art der Selektion geben wird müssen, da es immer eine kleine Anzahl Jugendlicher mit entsprechenden Defiziten geben wird, welche nicht in der Lage sind, die Mittlere Reife zu bestehen, die aber über den Weg der dualen Basis-Bildung die Chance auf einen Abschluss mit 18 Jahren bekommen.

Aber werden Lehrherren nicht bestrebt sein, eher Lehrlinge aufzunehmen, welche die Mittlere Reife geschafft haben und eine höhere Berufsausbildung anstreben dürfen?
Dr. Landertshammer verweist auf die bevorstehende demographische Entwicklung, wodurch auch lernschwächere Jugendliche ihre Chancen bekommen werden.

Für Jugendliche, welche auch die duale Basis-Bildung nicht schaffen, wird es noch eine Vollschulische Variante mit Praxisorientierung geben. Trotzdem hier die Dualität fehlt, weil keine parallele Ausbildung in einem Betrieb erfolgt, ist es nach Meinung von Dr. Landertshammer besser, diese Jugendlichen im Gesamtsystem aufzufangen, statt sie, so wie jetzt, aus dem System fallen zu lassen.

So sehr Maßnahmen wichtig sind, um die derzeit bestehenden Defizite abzubauen, mit denen viele Jugendliche aus der Pflichtschule kommen, bleibt doch die Sorge, wie man künftig mit zweit- bis drittklassig ausgebildeten Jugendlichen umgehen wird. Solange man nicht die Mängel im Schulsystem beseitigt, welche die Defizite erst schaffen, wird es keine echte Entspannung des Problems geben können.

Der Vorstand

 


 

Qualität der Werkmeisterausbildung

Seit geraumer Zeit wird über die EU-weite Einstufung der schulischen und beruflichen Ausbildung diskutiert. Dazu muss jedes der EU-Mitgliedsländer einen nationalen Qualifikationsrahmen erstellen. Auch in Österreich wird an einer derartigen Einstufung gearbeitet und die Ausbildung der FacharbeiterInnen, die anschließend eine Werkmeisterschule absolviert haben, soll nach Meinung der Verbandsführung in die Stufe 6 der vorgesehenen 8teiligen Skala eingestuft werden.

Wie sieht aber die Realität aus? Lehrherren klagen über die mangelnde Ausbildung der Schulabgänger. Viele nehmen die Arbeit auf sich und versuchen ihren Lehrlingen auch noch theoretischen Unterricht nachzubringen, denn die Berufsschulen sind nicht mehr in der Lage den Nachholbedarf aus den Pflichtschulen aufzuholen. Und was machen die Prüfer bei der Facharbeiterprüfung - sie schrauben das Prüfungsniveau einfach nach unten. So kommen die frisch gebackenen Facharbeiter in die Werkmeisterschule und erwarten sich schon zu Beginn den beruflichen Aufstieg.

Der Vorstand des Verbandes, aber auch die Wirtschaft verlangt, dass die Qualität der Werkmeisterausbildung nicht sinken darf. Vor Schulbeginn müssen also schwächere Teilnehmer eben einen Vorbereitungskurs absolvieren oder sich einer Eignungsprüfung unterziehen. Die Qualität der Schüler darf nicht so weit abfallen, dass Lehrer mit der Vermittlung des vorgeschriebenen Lehrstoffes Probleme haben.

Es darf auf keinen Fall so weit kommen, dass die Werkmeisterschule zum Auffanglager arbeitsloser, nicht vermittelbarer Jugendlicher wird. Damit hilft man weder dem Einzelnen noch der Wirtschaft und ruiniert das Ansehen der guten Werkmeister. So füllt man nur Lehrsäle und schönt die Arbeitslosenstatistik. Diese Jugendlichen haben auch kaum ein Interesse an qualitativer theoretischer Weiterbildung,
was aber in der Wissensgesellschaft,
in der wir uns befinden und die sich immer dynamischer entwickelt, unabdingbar ist.

Eine Verwässerung von lern- unfähigen oder -unwilligen WerkmeisterschülerInnen mit solchen, die zur gezielten Weiterbildung motiviert sind, darf nicht vorkommen, denn die Verbandsführung vertritt gut ausgebildete Kollegen, die diesem Ruf auch gerecht werden und die Einstufung in die angestrebte Qualitätsstufe 6 verdienen.

 

Der Vorstand

 


 

Wir waren auf der Vienna tec

In diesem Jahr fand vom 12.-15. Oktober 2010 wieder die Internationale Fachmesse "Vienna - tec" im Messezentrum Wien statt.

In dieser Messe hatten sich 6 Fachmessen vereinigt.

  • Industrielle Automatisierung und Antriebstechnik
  • Energieverteilung und Schalttechnik
  • Industrieelektronik
  • Fertigungstechnik
  • Schweißen, Verbinden, Schneiden, Prüfen und Schützen
  • Meß-, Prüftechnik und Qualitätssicherung

Um den Bekanntheitsgrad des "Verbandes betrieblicher Führungskräfte" in der Öffentlichkeit zu stärken und unsere Zeitung "Werk & Technik" den Firmen und den Technikern näher zu bringen hat der Vorstand beschlossen auf der Vienna-tec mit einem Messestand präsent zu sein.

Mit Werbematerial, unserer Zeitung und mit allgemeiner Präsenz haben wir unsere Anliegen und den gemeinsamen Verband dargestellt.

 


 

Der lange Weg zur höheren Anerkennung der Berufsbildung.

Seit Jahren bemüht sich der VbF-Vorstand die Wertigkeit des Lehrberufs in der Gesellschaft zu heben und eine angemessene Positionierung der WerkmeisterInnen im derzeit entstehenden Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) zu erreichen.
Die in der letzten Zeit von "DER STANDARD" abgedruckten Aussagen von Mag. Thomas Mayr, Geschäftsführer des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) unterstützen diese Bemühungen, wenn Er "Elitepotenzial im Lehrberuf" sieht.
"Unsere Berufsausbildungen brauchen sich international nicht zu verstecken", sagt Thomas Mayr - mit dem wir das Thema auch schon persönlich diskutierten - "teilweise können sie mit hohen akademischen Ehren gleichziehen".
Mag. Mayr weiter: Das heimische Bildungssystem werde massiv unter seinem Wert verkauft. Wenn immer von der angeblich zu niedrigen Akademikerquote die Rede sei, dann müsse man sich bewusst sein, dass viele Qualifikationen, die bei uns über die klassische Berufsausbildung laufen, in anderen Ländern als akademische Laufbahn konstituiert seien.
Rund 40% der Jugendlichen würden den Ausbildungsweg über das klassische duale System aus Lehre und Berufsschule wählen, ebenso viele würden sich jedoch für den Besuch einer berufsbildenden mittleren (BMS) oder höheren (BHS) Schule, also HASCH, HAK oder HTL entscheiden. Deren Absolventen, ob mit oder ohne Reifeprüfung, seien in vielen Bereichen der Wirtschaft tatsächlich sehr begehrt und wären auf diesem Level in manch anderem Land bereits mit einem Bachelor-Titel ausgestattet.
Ein großes Ziel des in Entwicklung befindlichen NQR sei es, Bildungsabschlüsse vergleichbar zu machen, formales und informelles Lernen einfließen zu lassen und die bekannten berufsbildenden Wege mit den akademischen Bildungswegen auf dieselben Stufen zu bringen. So soll auch die Meisterprüfung ihr Hochschul-Äquivalent finden.
Derzeit sehe es so aus, als pendle sich dieser Abschluss, der immerhin zur Ausbildung von Lehrlingen berechtigt, nur auf Stufe sechs ein - und damit auf derselben Ebene wie ein Bakkalaureat, welches zwar als berufsbildendes Studium konzipiert ist, in dem aber nur einige Wochen oder Monate an Berufspraxis vorgesehen seien. Wirtschaftsprüfer oder Ziviltechniker, also besonders aufwändige Berufsausbildungen könnten wie das Masterstudium die Stufe sieben der achtstufigen Kompetenzskala erreichen.
Man sei sich der Möglichkeiten der Lehrberufe oft nicht bewusst. Ein Maurerlehrling, dem in Teilen der Gesellschaft - wenngleich diese gerne in Gemauertem hausen mögen- wenig Achtung zukomme, könne es über die Bauakademie zum Polier oder zum Baumeister schaffen. Letzteren stellt Mag. Mayr dem Architekten gegenüber, wobei der Baumeister neben der Befugnis zur Planung und Kontrolle auch noch die Kompetenz zur statischen Berechnung und zur Kostenermittlung habe.
Auf Basis des NQR soll ab 2012 jedes Zeugnis das entsprechende Level ausweisen, was sicher zum gegenseitigen Verständnis beitrage, so Mayr abschließend.

Ing. Rudolf Jakubcik

 


 

Treffen VbF - Oberösterreich mit IMV - Bayern

Bei einem ersten Treffen von Vertretern der Industriemeistervereinigung (IMV) Deutschland Landesverband Bayern und dem österreichischen Verband betrieblicher Führungskräfte (VbF) im Traditionslokal "Bums`n" in Schärding, wurde schnell ein gemeinsamer Nenner gefunden. Hubert Rescheneder, der VbF-Landesstellenleiter von Oberösterreich, schilderte die derzeitige Problematik der Überalterung der Mitgliederstruktur. Das konnte Bernhard Fürst vom IMV-Landesverband Bayern nur bestätigen. Gleichzeitig wurden auch gute Lösungen angedacht. Um diese zu verwirklichen und auch um als Berufsverband für die Mitglieder noch attraktiver zu werden, ist die engere Zusammenarbeit im grenznahen Raum sinnvoll und logisch. Daraus können viele interessante gemeinsame Projekte entstehen, wie Alfred Weisheitinger von der IMV-Passau, Max Probst von der IMV-Ostbayern und Leo Rauch von der IMV-Niederbayern betonten. Die Beteiligten nutzten auch dieses erstmalige Zusammentreffen, um sich vorzustellen und sich persönlich kennen zulernen. Der Austausch vieler Informationen bewies, dass von Anfang an die Chemie stimmte. Das Treffen soll auf jeden Fall weiterhin viertel- oder halbjährlich stattfinden. Auch sollen die Veranstaltungsprogramme über die Pressereferenten der Vereinigungen ausgetauscht werden. Allgemein wurde die Verbandszeitschrift des VbF bewundert, die viele breit ansprechende Artikel beinhaltet und trotzdem kostenlos alle zwei Monate den Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden kann. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit soll auch weiterhin das Ziel einer adäquaten Einstufung im europäischen Qualifizierungsrahmen (Stufe 6) verfolgen. Des weiteren werden in Zukunft gemeinsame Betriebsbesichtigungen geplant bzw. solche Aktionen gegenseitig unterstützt werden. Dies ließe sich später auch in der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung fortsetzen.

 


 

Die Bemühungen haben langsam Erfolg

Hier einige wichtige Aussagen von Dr. Michael Landertshammer - Leiter des Wifi Österreich - die im Standard unter dem Titel "Qualifikationen durchschaubar machen" zur Entwicklung eines Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) veröffentlicht wurden:
Der EQR mit seinen vorgesehenen 8 Kompetenzstufen sei ein Versuch, in ganz Europa aufgrund eines einheitlichen Schemas Ausbildungen und Abschlüsse zu beschreiben und nach Ergebnissen des Lernens vergleichbar zu machen. Das sei ein toller Ansatz und
begonnen sollte mit dem Lehrabschluss und der Matura werden. Der Lehrabschluss könnte je nach dem Umfang des Lehrberufes auf Stufe 3 oder 4 liegen und die AHS Matura ebenfalls auf Stufe 4. HAK- und HTL-Abschlüsse - die zu einer grundlegenden beruflichen Eignung hinführen - sollen also eine Stufe darüber liegen.

Für Dr. Landertshammer ist es nun gut vorstellbar, dass es am Ende zu folgender Lösung kommt: Auf Stufe 6 folgt die Meisterprüfung, womit die berufliche Höchstqualifizierung wohl erreicht wäre. Ganz aufwändige Berufsberechtigungen wie Wirtschaftsprüfer oder Ziviltechniker könnten auf der Stufe 7 landen. Es gibt Stimmen, die mit der Meisterprüfung auch eine Studienberechtigung verbinden möchten, damit wäre die Durchlässigkeit zwischen beiden Weiterbildungssystemen vorhanden und der Weg der beruflichen Weiterbildung geöffnet.
Auch im akademischen Bereich läge das Bakkalaureat gleich dem Meister auf Stufe 6, darüber der Master und auf der höchsten Stufe 8 das Doktorat.

Diese Aussagen, welche auf einer Linie mit den bekannten Forderungen des VbF-Vorstandes liegen, zeigen, wenn an einer Lösung kontinuierlich gearbeitet wird, stellen sich auch einmal die Erfolge ein.

Das Kernteam

 


 

Qualifikationsstufe 6 für den/die Werkmeister/in?

Was bedeuten die Qualifikationsstufen? Laut Bolognaprozess sollen die verschiedenen Ausbildungsarten in ein Schema eingeteilt werden um sie vergleichbar zu machen. EU-weit wurden dazu 8 Qualifikationsstufen festgelegt, in die sowohl die schulischen als auch die beruflichen Ausbildungen eingereiht werden sollen.

Nach Meinung der Hochschulen wird der Bachelor und damit die Qualifikationsstufe 6 nach einem 3jährigen Studienabschluss, die mit der ersten Berufsreife endet erreicht. Der Verbandsvorstand bemüht sich seit Jahren auch für die berufliche Ausbildung mit dem Abschluss einer Werkmeisterschule den Bachelor professional zu erlangen. Immer wieder stellen sich vor allem die Hochschulen in den Weg. Die Bezeichnung Bachelor professional für den Werkmeister konnten wir daher bis heute nicht umsetzen. Diese Forderung wurde nun internationalisiert, womit man vor allem auf die Entscheidungen in Deutschland wartet. Dort kämpfen unsere Kollegen - abgestimmt mit dem VbF - um die gleiche Lösung.

In Österreich konnten wir durch die starke Unterstützung der Fertigungsbetriebe nun auch die bildungspolitische Abteilung in der Wirtschaftskammer von unserem Anliegen überzeugen. Die Wirtschaftskammer hat sich bereit erklärt, uns als ersten Schritt dahingehend zu unterstützen, dass für den Abschluss einer Werkmeisterschule die Qualifikationsstufe 6 anerkannt wird - also auf Augenhöhe mit dem Bachelor als erstem Studienzyklus. Damit wäre uns nun gelungen, dass die beiden Ausbildungsarten in dieselbe Qualifikationsstufe eingereiht werden. Weitere Schritte können folgen.

Der Vorstand

 


 

Europäischer Qualifikationsrahmen (EQR)

Derzeit ist in den EU-Ländern die Entwicklung eines Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) für Lebenslanges Lernen im Gange, der künftig als Bezugspunkt für die Transparenz und Vergleichbarkeit von Qualifikationen dienen soll, die in unterschiedlichen Systemen und auf unterschiedlichen Niveaus erworben werden. Dazu wird zunächst von jedem EU-Land ein Nationaler Qualifikationsrahmen (NQR) erstellt.
Als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem Qualifikationsrahmen für das österreichische Bildungssystem haben das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur und das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung ein Konsultationspapier erstellt, um mittels sachlich begründeter Stellungnahmen aller Betroffenen Lösungsansätze zur Erarbeitung und Umsetzung eines NQR zu erhalten.

Der VbF-Vorstand hat nun seine Stellungnahme abgegeben, die bei der Präsidialsitzung im April 2008 gemeinsam mit den Landesstellen erarbeitet wurde.
Darin ist nicht nur begründet, warum der/die Werkmeister/in als Führungskraft mit mindestens zweijähriger Berufspraxis auf der Kompetenzebene 6 einer 8-stufigen Bildungsskala eingestuft werden soll, es wird auch die Forderung des Verbands nach dem "Bachelor professional" zum wiederholten Mal begründet und hervorgehoben.

Stellungnahme zum Konsultationspapier - Nationaler Qualifikationsrahmen

Endauswertung der Fragebogen bzgl. Qualifikationen der Werkmeister/Innen

 

 


 

Etappenerfolg beim Thema Bachelor professional

Mehr als ein Jahr lang kontaktierte der Verbandsvorstand beharrlich alle mit Bildungspolitik befassten Verantwortungsträger. In allen Gesprächen haben wir nachdrücklich die Position vertreten, dass die Umsetzung der Resolutionsforderungen auch im Interesse der Wirtschaft ist, was letztendlich durch Unterstützungserklärungen seitens der Industrie auch bestätigt wurde.
Nun kann ein erster, konkreter Erfolg vermeldet werden:

Die zuständigen Verantwortlichen im Bildungsministerium und in der Industriellenvereinigung haben zugesagt, dass unser Anliegen, den künftigen Absolventen der Werkmeisterschulen die Führung der Bezeichnung "Bachelor professional" zu ermöglichen, in die Diskussion um den Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) eingebracht wird.

Der NQR, der später in den Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) münden wird, ist ein Instrument, welches die Transparenz der Berufsbildungs- und Bildungssysteme erhöht und ein System vergleichbarer Abschlüsse schafft. Mit der gleichwertigen Behandlung von akademischer und beruflicher Weiterbildung wäre eine der zentralen Anliegen des VbF erfüllt.

 

Warum Bachelor professional?

Rechtsexpertisen zum Bachelor

 

 


 

Anerkennung der Gleichwertigkeit beruflicher Prüfungszeugnisse

Am 10. Jänner 2008 ist mit der Veröffentlichung im österreichischen Bundesgesetzblatt
III 2/2008 und der Verordnung 662/02 des deutschen Bundesrates ein Übereinkommen inkraftgetreten,
das ab sofort die Ausbildungen in folgenden Fachrichtungen gleichstellt:

Geprüfter Industriemeister,
Geprüfte Industriemeisterin
Werkmeister
ChemieTechnische Chemie und Umwelttechnik
ElektrotechnikElektrotechnik
Kunststoff und KautschukKunststofftechnik
PapiererzeugungPapierindustrie
PolierBauwesen

 

Weitere Gleichstellungen für Metallbau, Maschinenbau, Mechatronik usw. werden unbürokratisch im Rahmen von Gleichwertigkeitserklärungen folgen.
Damit vollziehen die deutsche und die österreichische Regierung endlich die vom VbF in Zusammenarbeit mit dem IMV seit langem angestrebte, gegenseitige Anerkennung der Werkmeisterausbildung mit der Industriemeisterausbildung.