![]() | Verbandsarbeit |
Bereits im Juni 2011 haben wir in einem auf der VbF-Homepage nachzulesenden Artikel
„Kommt Bewegung in die Bachelor professional-Diskussion?“ über ein Bildungskonzept der Wirtschaftskammer Österreich berichtet, das mittels einer Berufsakademie akademische Grade für Absolventen einer Lehre aber auch für ausgebildete Werkmeister vorsieht.
Der Kurier berichtete nun über eine Gesprächsrunde zum Thema der „beruflichen Weiterbildung auf Hochschulebene“, zu der die Wirtschaftskammer geladen hatte und wo die konkrete Umsetzung der Initiative diskutiert wurde.
Der VbF sieht sich damit in seiner seit vielen Jahren konsequent vorgebrachten Forderung nach gleichwertiger Behandlung beruflicher und akademischer Aus- und Weiterbildung bestätigt.
Viele Fakten sprechen dafür, wie die Diskussion zeigte: In der Schweiz haben 80 bis 90 Prozent der Fachhochschul-Absolventen einen Lehrabschluss – ein Anteil, von dem wir in Österreich mit 14 Prozent weit entfernt sind. Daher ist hierzulande die Durchlässigkeit in den tertiären Bereich kaum vorhanden.
Genau das möchte die Wirtschaftskammer ändern: Berufsakademien mit Bachelor-Abschluss sollen eine duale höhere Bildung bringen, dem Fachkräftemangel abhelfen und dazu beitragen, auch die Lehre attraktiver zu machen. Damit wären weitere Forderungen des VbF erfüllt.
In der Diskussion wurde die Berufsakademie als dritte Säule und gleichwertige Alternative zu den Unis und Fachhochschulen gewertet, die in bestehende Werkmeister- und Fachakademie-Ausbildungen integriert werden soll. Bildungsinstitute wie WIFI und BFI würden über praxisnahe Lehrpläne zum Beispiel den Werkmeister mit IT- und Englischkenntnissen samt Bachelor-Abschluss ausstatten.
Die Aussage eines Gesprächsteilnehmers „ Es gibt Lebensabschnitts-Berufstätigkeiten, da braucht es auch eine Lebensabschnitts-Bildung“ kann hier bestätigend ergänzt werden mit einem Zitat aus einem Standard-Interview mit Dr. Michael Landertshammer, dem Leiter der Abteilung Bildungspolitik in der WKO: „Klassische Erwerbsbiografien – Schule, Berufsausbildung und dann derselbe Job bis zur Pensionierung – sind ein Auslaufmodell. Schon heute wechselt ein Angestellter im Lauf des Erwerbslebens mindestens viermal den Arbeitsplatz. Nach Schule und Berufsausbildung kommt der Job, dann Weiterbildung, ein anderer Job, neue Qualifikationen, mitunter Selbstständigkeit, vielleicht Zeiten der Arbeitslosigkeit, wieder Weiterbildung.........“
Die Runde stellte abschließend übereinstimmend fest, dass die Stärken unseres Bildungssystems im dualen Ausbildungssystem begründet sind., was der Gesprächsteilnehmer aus der Schweiz mit der Aussage untermauerte: „Im EU-27-Durchschnitt liegt die Jugendarbeitslosenquote bei 20 Prozent, in Ländern mit dualer Berufsausbildung – wie Österreich, Deutschland und der Schweiz – bei nur etwa acht Prozent.
Viele Jahre lang vertritt der VbF nun schon konsequent die Forderung an die Bildungspolitik unseres Landes, die berufliche Aus- und Weiterbildung aufzuwerten und der akademischen Bildung gleichwertig gegenüberzustellen. Es besteht die Aussicht, dass die entsprechend nötigen Maßnahmen jetzt zur Umsetzung gelangen.
Ing. Rudolf Jakubcik
Schon seit einigen Jahren vertritt der VbF-Vorstand konsequent die Forderung an die (Bildungs)Politik, die berufliche Aus- und Weiterbildung aufzuwerten. Es gibt ein Nachwuchsproblem – immer weniger junge Menschen entscheiden sich für eine Lehre. In einer Aussendung des Ö1-Morgenjournals wurde kürzlich richtigerweise auf das schlechte Image der Lehre hingewiesen, die mehr oder weniger als eine Ausbildung für jene gesehen wird, die für eine höhere Schule oder Uni nicht geeignet sind. Dazu kommt das Problem der geburtenschwachen Jahrgänge, das sich in den nächsten Jahren bemerkbar macht und zu einer Zunahme des Fachkräftemangels führen wird.
Aufgrund dieser berechtigten Sorge verlangen auch die Arbeitgeber Maßnahmen, um die Lehre gleichwertig zu den AHS und BHS zu machen. Nun hat die Wirtschaftskammer ein Bildungskonzept ausgearbeitet, das mehr Möglichkeiten für Lehre mit Matura und akademische Grade auch für Meister vorsieht, um die Lehrausbildung attraktiver zu machen.
Dazu sollen den Lehrlingen ab dem zweiten Lehrjahr Zusatzkurse angeboten werden, welche in den Bereichen vertiefende Fachtheorie, Deutsch, Mathematik und lebende Fremdsprache zur Berufsreife vorbereiten sollen. In einer sogenannten Berufsakademie (WIFI, BFI) soll man einen „Bachelor professional“ erwerben können, der dann auch zum Masterstudium an der Uni berechtigt.
Zugleich fordert die Wirtschaftskammer aber auch etwas, was in den letzten Monaten für heftige Diskussionen gesorgt hat, nämlich die Mittlere Reife als Standardüberprüfung aller Jugendlichen nach Ende der Schulpflicht durch schulfremdes Personal einzuführen. Aus Sicht der Wirtschaftskammer bildet diese Mittlere Reife einen Ansatz, das Bildungsniveau der jungen Leute zu verbessern.
Wer trotz mehrmaligem Antreten diese Mittlere Reife nicht schafft, wird auf eine duale Basis-Bildung verwiesen, die vergleichsweise weniger Anforderungen und Möglichkeiten bietet als die bisherige Lehrausbildung. Es soll kein „Hinausprüfen“ bedeuten, das Konzept sieht die Änderung von der Defizitorientierung hin zur Kompetenzorientierung vor.
Dem Vorwurf, dass die Selektion der Jugendlichen wohl ein „Hinausprüfen“ bedeutet, begegnet Dr. Michael Landertshammer, Leiter der Abteilung Bildungspolitik in der WKO, in einem Interview mit dem ORF damit, dass es wohl immer eine Art der Selektion geben wird müssen, da es immer eine kleine Anzahl Jugendlicher mit entsprechenden Defiziten geben wird, welche nicht in der Lage sind, die Mittlere Reife zu bestehen, die aber über den Weg der dualen Basis-Bildung die Chance auf einen Abschluss mit 18 Jahren bekommen.
Aber werden Lehrherren nicht bestrebt sein, eher Lehrlinge aufzunehmen, welche die Mittlere Reife geschafft haben und eine höhere Berufsausbildung anstreben dürfen?
Dr. Landertshammer verweist auf die bevorstehende demographische Entwicklung, wodurch auch lernschwächere Jugendliche ihre Chancen bekommen werden.
Für Jugendliche, welche auch die duale Basis-Bildung nicht schaffen, wird es noch eine Vollschulische Variante mit Praxisorientierung geben. Trotzdem hier die Dualität fehlt, weil keine parallele Ausbildung in einem Betrieb erfolgt, ist es nach Meinung von Dr. Landertshammer besser, diese Jugendlichen im Gesamtsystem aufzufangen, statt sie, so wie jetzt, aus dem System fallen zu lassen.
So sehr Maßnahmen wichtig sind, um die derzeit bestehenden Defizite abzubauen, mit denen viele Jugendliche aus der Pflichtschule kommen, bleibt doch die Sorge, wie man künftig mit zweit- bis drittklassig ausgebildeten Jugendlichen umgehen wird. Solange man nicht die Mängel im Schulsystem beseitigt, welche die Defizite erst schaffen, wird es keine echte Entspannung des Problems geben können.
Der Vorstand
Seit geraumer Zeit wird über die EU-weite Einstufung der schulischen und beruflichen Ausbildung diskutiert. Dazu muss jedes der EU-Mitgliedsländer einen nationalen Qualifikationsrahmen erstellen. Auch in Österreich wird an einer derartigen Einstufung gearbeitet und die Ausbildung der FacharbeiterInnen, die anschließend eine Werkmeisterschule absolviert haben, soll nach Meinung der Verbandsführung in die Stufe 6 der vorgesehenen 8teiligen Skala eingestuft werden.
Wie sieht aber die Realität aus? Lehrherren klagen über die mangelnde Ausbildung der Schulabgänger. Viele nehmen die Arbeit auf sich und versuchen ihren Lehrlingen auch noch theoretischen Unterricht nachzubringen, denn die Berufsschulen sind nicht mehr in der Lage den Nachholbedarf aus den Pflichtschulen aufzuholen. Und was machen die Prüfer bei der Facharbeiterprüfung - sie schrauben das Prüfungsniveau einfach nach unten. So kommen die frisch gebackenen Facharbeiter in die Werkmeisterschule und erwarten sich schon zu Beginn den beruflichen Aufstieg.
Der Vorstand des Verbandes, aber auch die Wirtschaft verlangt, dass die Qualität der Werkmeisterausbildung nicht sinken darf. Vor Schulbeginn müssen also schwächere Teilnehmer eben einen Vorbereitungskurs absolvieren oder sich einer Eignungsprüfung unterziehen. Die Qualität der Schüler darf nicht so weit abfallen, dass Lehrer mit der Vermittlung des vorgeschriebenen Lehrstoffes Probleme haben.

Es darf auf keinen Fall so weit kommen, dass die Werkmeisterschule zum Auffanglager arbeitsloser, nicht vermittelbarer Jugendlicher wird. Damit hilft man weder dem Einzelnen noch der Wirtschaft und ruiniert das Ansehen der guten Werkmeister. So füllt man nur Lehrsäle und schönt die Arbeitslosenstatistik. Diese Jugendlichen haben auch kaum ein Interesse an qualitativer theoretischer Weiterbildung,
was aber in der Wissensgesellschaft,
in der wir uns befinden und die sich immer dynamischer entwickelt, unabdingbar ist.
Eine Verwässerung von lern- unfähigen oder -unwilligen WerkmeisterschülerInnen mit solchen, die zur gezielten Weiterbildung motiviert sind, darf nicht vorkommen, denn die Verbandsführung vertritt gut ausgebildete Kollegen, die diesem Ruf auch gerecht werden und die Einstufung in die angestrebte Qualitätsstufe 6 verdienen.
Der Vorstand
In diesem Jahr fand vom 12.-15. Oktober 2010 wieder die Internationale Fachmesse "Vienna - tec" im Messezentrum Wien statt.
In dieser Messe hatten sich 6 Fachmessen vereinigt.
Um den Bekanntheitsgrad des "Verbandes betrieblicher Führungskräfte" in der Öffentlichkeit zu stärken und unsere Zeitung "Werk & Technik" den Firmen und den Technikern näher zu bringen hat der Vorstand beschlossen auf der Vienna-tec mit einem Messestand präsent zu sein.
Mit Werbematerial, unserer Zeitung und mit allgemeiner Präsenz haben wir unsere Anliegen und den gemeinsamen Verband dargestellt.
![]() | ![]() |
![]() | ![]() |
Seit Jahren bemüht sich der VbF-Vorstand die Wertigkeit des Lehrberufs in der Gesellschaft zu heben und eine angemessene Positionierung der WerkmeisterInnen im derzeit entstehenden Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) zu erreichen.
Die in der letzten Zeit von "DER STANDARD" abgedruckten Aussagen von Mag. Thomas Mayr, Geschäftsführer des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) unterstützen diese Bemühungen, wenn Er "Elitepotenzial im Lehrberuf" sieht.
"Unsere Berufsausbildungen brauchen sich international nicht zu verstecken", sagt Thomas Mayr - mit dem wir das Thema auch schon persönlich diskutierten - "teilweise können sie mit hohen akademischen Ehren gleichziehen".
Mag. Mayr weiter: Das heimische Bildungssystem werde massiv unter seinem Wert verkauft. Wenn immer von der angeblich zu niedrigen Akademikerquote die Rede sei, dann müsse man sich bewusst sein, dass viele Qualifikationen, die bei uns über die klassische Berufsausbildung laufen, in anderen Ländern als akademische Laufbahn konstituiert seien.
Rund 40% der Jugendlichen würden den Ausbildungsweg über das klassische duale System aus Lehre und Berufsschule wählen, ebenso viele würden sich jedoch für den Besuch einer berufsbildenden mittleren (BMS) oder höheren (BHS) Schule, also HASCH, HAK oder HTL entscheiden. Deren Absolventen, ob mit oder ohne Reifeprüfung, seien in vielen Bereichen der Wirtschaft tatsächlich sehr begehrt und wären auf diesem Level in manch anderem Land bereits mit einem Bachelor-Titel ausgestattet.
Ein großes Ziel des in Entwicklung befindlichen NQR sei es, Bildungsabschlüsse vergleichbar zu machen, formales und informelles Lernen einfließen zu lassen und die bekannten berufsbildenden Wege mit den akademischen Bildungswegen auf dieselben Stufen zu bringen. So soll auch die Meisterprüfung ihr Hochschul-Äquivalent finden.
Derzeit sehe es so aus, als pendle sich dieser Abschluss, der immerhin zur Ausbildung von Lehrlingen berechtigt, nur auf Stufe sechs ein - und damit auf derselben Ebene wie ein Bakkalaureat, welches zwar als berufsbildendes Studium konzipiert ist, in dem aber nur einige Wochen oder Monate an Berufspraxis vorgesehen seien. Wirtschaftsprüfer oder Ziviltechniker, also besonders aufwändige Berufsausbildungen könnten wie das Masterstudium die Stufe sieben der achtstufigen Kompetenzskala erreichen.
Man sei sich der Möglichkeiten der Lehrberufe oft nicht bewusst. Ein Maurerlehrling, dem in Teilen der Gesellschaft - wenngleich diese gerne in Gemauertem hausen mögen- wenig Achtung zukomme, könne es über die Bauakademie zum Polier oder zum Baumeister schaffen. Letzteren stellt Mag. Mayr dem Architekten gegenüber, wobei der Baumeister neben der Befugnis zur Planung und Kontrolle auch noch die Kompetenz zur statischen Berechnung und zur Kostenermittlung habe.
Auf Basis des NQR soll ab 2012 jedes Zeugnis das entsprechende Level ausweisen, was sicher zum gegenseitigen Verständnis beitrage, so Mayr abschließend.
Ing. Rudolf Jakubcik
Bei einem ersten Treffen von Vertretern der Industriemeistervereinigung (IMV) Deutschland Landesverband Bayern und dem österreichischen Verband betrieblicher Führungskräfte (VbF) im Traditionslokal "Bums`n" in Schärding, wurde schnell ein gemeinsamer Nenner gefunden. Hubert Rescheneder, der VbF-Landesstellenleiter von Oberösterreich, schilderte die derzeitige Problematik der Überalterung der Mitgliederstruktur. Das konnte Bernhard Fürst vom IMV-Landesverband Bayern nur bestätigen. Gleichzeitig wurden auch gute Lösungen angedacht. Um diese zu verwirklichen und auch um als Berufsverband für die Mitglieder noch attraktiver zu werden, ist die engere Zusammenarbeit im grenznahen Raum sinnvoll und logisch. Daraus können viele interessante gemeinsame Projekte entstehen, wie Alfred Weisheitinger von der IMV-Passau, Max Probst von der IMV-Ostbayern und Leo Rauch von der IMV-Niederbayern betonten. Die Beteiligten nutzten auch dieses erstmalige Zusammentreffen, um sich vorzustellen und sich persönlich kennen zulernen. Der Austausch vieler Informationen bewies, dass von Anfang an die Chemie stimmte. Das Treffen soll auf jeden Fall weiterhin viertel- oder halbjährlich stattfinden. Auch sollen die Veranstaltungsprogramme über die Pressereferenten der Vereinigungen ausgetauscht werden. Allgemein wurde die Verbandszeitschrift des VbF bewundert, die viele breit ansprechende Artikel beinhaltet und trotzdem kostenlos alle zwei Monate den Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden kann. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit soll auch weiterhin das Ziel einer adäquaten Einstufung im europäischen Qualifizierungsrahmen (Stufe 6) verfolgen. Des weiteren werden in Zukunft gemeinsame Betriebsbesichtigungen geplant bzw. solche Aktionen gegenseitig unterstützt werden. Dies ließe sich später auch in der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung fortsetzen.
Hier einige wichtige Aussagen von Dr. Michael Landertshammer - Leiter des Wifi Österreich - die im Standard unter dem Titel "Qualifikationen durchschaubar machen" zur Entwicklung eines Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) veröffentlicht wurden:
Der EQR mit seinen vorgesehenen 8 Kompetenzstufen sei ein Versuch, in ganz Europa aufgrund eines einheitlichen Schemas Ausbildungen und Abschlüsse zu beschreiben und nach Ergebnissen des Lernens vergleichbar zu machen. Das sei ein toller Ansatz und
begonnen sollte mit dem Lehrabschluss und der Matura werden. Der Lehrabschluss könnte je nach dem Umfang des Lehrberufes auf Stufe 3 oder 4 liegen und die AHS Matura ebenfalls auf Stufe 4. HAK- und HTL-Abschlüsse - die zu einer grundlegenden beruflichen Eignung hinführen - sollen also eine Stufe darüber liegen.
Für Dr. Landertshammer ist es nun gut vorstellbar, dass es am Ende zu folgender Lösung kommt: Auf Stufe 6 folgt die Meisterprüfung, womit die berufliche Höchstqualifizierung wohl erreicht wäre. Ganz aufwändige Berufsberechtigungen wie Wirtschaftsprüfer oder Ziviltechniker könnten auf der Stufe 7 landen. Es gibt Stimmen, die mit der Meisterprüfung auch eine Studienberechtigung verbinden möchten, damit wäre die Durchlässigkeit zwischen beiden Weiterbildungssystemen vorhanden und der Weg der beruflichen Weiterbildung geöffnet.
Auch im akademischen Bereich läge das Bakkalaureat gleich dem Meister auf Stufe 6, darüber der Master und auf der höchsten Stufe 8 das Doktorat.
Diese Aussagen, welche auf einer Linie mit den bekannten Forderungen des VbF-Vorstandes liegen, zeigen, wenn an einer Lösung kontinuierlich gearbeitet wird, stellen sich auch einmal die Erfolge ein.
Das Kernteam
Was bedeuten die Qualifikationsstufen? Laut Bolognaprozess sollen die verschiedenen Ausbildungsarten in ein Schema eingeteilt werden um sie vergleichbar zu machen. EU-weit wurden dazu 8 Qualifikationsstufen festgelegt, in die sowohl die schulischen als auch die beruflichen Ausbildungen eingereiht werden sollen.
Nach Meinung der Hochschulen wird der Bachelor und damit die Qualifikationsstufe 6 nach einem 3jährigen Studienabschluss, die mit der ersten Berufsreife endet erreicht. Der Verbandsvorstand bemüht sich seit Jahren auch für die berufliche Ausbildung mit dem Abschluss einer Werkmeisterschule den Bachelor professional zu erlangen. Immer wieder stellen sich vor allem die Hochschulen in den Weg. Die Bezeichnung Bachelor professional für den Werkmeister konnten wir daher bis heute nicht umsetzen. Diese Forderung wurde nun internationalisiert, womit man vor allem auf die Entscheidungen in Deutschland wartet. Dort kämpfen unsere Kollegen - abgestimmt mit dem VbF - um die gleiche Lösung.
In Österreich konnten wir durch die starke Unterstützung der Fertigungsbetriebe nun auch die bildungspolitische Abteilung in der Wirtschaftskammer von unserem Anliegen überzeugen. Die Wirtschaftskammer hat sich bereit erklärt, uns als ersten Schritt dahingehend zu unterstützen, dass für den Abschluss einer Werkmeisterschule die Qualifikationsstufe 6 anerkannt wird - also auf Augenhöhe mit dem Bachelor als erstem Studienzyklus. Damit wäre uns nun gelungen, dass die beiden Ausbildungsarten in dieselbe Qualifikationsstufe eingereiht werden. Weitere Schritte können folgen.
Der Vorstand
Derzeit ist in den EU-Ländern die Entwicklung eines Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) für Lebenslanges Lernen im Gange, der künftig als Bezugspunkt für die Transparenz und Vergleichbarkeit von Qualifikationen dienen soll, die in unterschiedlichen Systemen und auf unterschiedlichen Niveaus erworben werden.
Dazu wird zunächst von jedem EU-Land ein Nationaler Qualifikationsrahmen (NQR) erstellt.
Als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem Qualifikationsrahmen für das österreichische Bildungssystem haben das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur und das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung ein Konsultationspapier erstellt, um mittels sachlich begründeter Stellungnahmen aller Betroffenen Lösungsansätze zur Erarbeitung und Umsetzung eines NQR zu erhalten.
Der VbF-Vorstand hat nun seine Stellungnahme abgegeben, die bei der Präsidialsitzung im April 2008 gemeinsam mit den Landesstellen erarbeitet wurde.
Darin ist nicht nur begründet, warum der/die Werkmeister/in als Führungskraft mit mindestens zweijähriger Berufspraxis auf der Kompetenzebene 6 einer 8-stufigen Bildungsskala eingestuft werden soll, es wird auch die Forderung des Verbands nach dem "Bachelor professional" zum wiederholten Mal begründet und hervorgehoben.
Stellungnahme zum Konsultationspapier - Nationaler Qualifikationsrahmen
Endauswertung der Fragebogen bzgl. Qualifikationen der Werkmeister/Innen
 
Mehr als ein Jahr lang kontaktierte der Verbandsvorstand beharrlich alle mit Bildungspolitik befassten Verantwortungsträger. In allen Gesprächen haben wir nachdrücklich die Position vertreten, dass die Umsetzung der Resolutionsforderungen auch im Interesse der Wirtschaft ist, was letztendlich durch Unterstützungserklärungen seitens der Industrie auch bestätigt wurde.
Nun kann ein erster, konkreter Erfolg vermeldet werden:
Die zuständigen Verantwortlichen im Bildungsministerium und in der Industriellenvereinigung haben zugesagt, dass unser Anliegen, den künftigen Absolventen der Werkmeisterschulen die Führung der Bezeichnung "Bachelor professional" zu ermöglichen, in die Diskussion um den Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) eingebracht wird.
Der NQR, der später in den Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) münden wird, ist ein Instrument, welches die Transparenz der Berufsbildungs- und Bildungssysteme erhöht und ein System vergleichbarer Abschlüsse schafft. Mit der gleichwertigen Behandlung von akademischer und beruflicher Weiterbildung wäre eine der zentralen Anliegen des VbF erfüllt.
 
Am 10. Jänner 2008 ist mit der Veröffentlichung im österreichischen Bundesgesetzblatt
III 2/2008 und der Verordnung 662/02 des deutschen Bundesrates ein Übereinkommen inkraftgetreten,
das ab sofort die Ausbildungen in folgenden Fachrichtungen gleichstellt:
| Geprüfter Industriemeister, Geprüfte Industriemeisterin |
Werkmeister |
| Chemie | Technische Chemie und Umwelttechnik |
| Elektrotechnik | Elektrotechnik |
| Kunststoff und Kautschuk | Kunststofftechnik |
| Papiererzeugung | Papierindustrie |
| Polier | Bauwesen |
 
Weitere Gleichstellungen für Metallbau, Maschinenbau, Mechatronik usw. werden unbürokratisch im Rahmen von Gleichwertigkeitserklärungen folgen.
Damit vollziehen die deutsche und die österreichische Regierung endlich die vom VbF in Zusammenarbeit mit dem IMV seit langem angestrebte, gegenseitige Anerkennung der Werkmeisterausbildung mit der Industriemeisterausbildung.